KOMPLETTER REISEFÜHRER
Route 66
Amerikas ikonischster Roadtrip
Routenverlauf, Sehenswürdigkeiten, Geheimtipps und praktische Ratschläge für die Organisation des ultimativen USA-Roadtrips.
Eine Reise, tausend Emotionen.
Die Route 66.
Die Route 66 ist nicht einfach nur eine Straße: Sie ist ein Symbol, ein Traum und eine ganz besondere Art zu reisen. Von den Städten des Mittleren Westens bis zu den Wüsten des Südwestens, von kleinen Gemeinden bis zu atemberaubenden Landschaften durchquert diese Route acht Bundesstaaten und verkörpert die authentische Seele der USA.
Die Straße wartet auf Sie.
Die Ursprünge der Route 66
Die 1926 eingeweihte Route 66 verband Chicago mit Santa Monica und durchquerte dabei acht Bundesstaaten auf einer Länge von fast 4.000 Kilometern. Ursprünglich war sie keine durchgehend asphaltierte Straße, sondern eher eine Verknüpfung bereits bestehender lokaler Verkehrswege.
Die Geburtsstunde des Mythos liegt in den 1930er Jahren. Während der Großen Depression wurde die Route 66 zur Fluchroute für viele Amerikaner, insbesondere für die „Dust Bowl Refugees“, die in Kalifornien ein besseres Leben suchten. Die Straße erleichterte den Transport von Waren und Menschen und trug entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung der durchquerten Regionen bei. Dank der Mittel aus dem New Deal wurde die Route 66 schrittweise asphaltiert und ausgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs erlangte sie zudem strategische Bedeutung für den Transport von Militärgütern.
Ihren Höhepunkt erreichte die Legende in der Nachkriegszeit. In den 1950er Jahren, geprägt von Wirtschaftswachstum und aufkommendem Tourismus, wandelte sich die Route 66 zur Kultstrecke für Roadtrips – gesäumt von Motels mit Neonreklamen, Drive-ins, Tankstellen im Retro-Look und typisch amerikanischen Diners. Sie wurde zum Symbol für Freiheit, Abenteuer und die amerikanische Automobilkultur, gefeiert in Filmen, Songs und Büchern.
Der Niedergang begann in den 60er und 70er Jahren, als das Interstate Highway System – ein Netz aus modernen, schnellen Autobahnen – die Route 66 zu ersetzen begann. Abschnitte der alten Straße wurden verlassen oder in die neuen Interstates integriert. 1985 wurde sie offiziell stillgelegt und aus dem Highway-System der USA gestrichen. Doch ihre Legende fing damit erst richtig an.
In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an der Erhaltung und Förderung der Route 66 als Touristenattraktion massiv gestiegen. Historische Motels wurden restauriert, Vintage-Diners öffneten wieder ihre Türen und viele Abschnitte der Originalstraße sind heute als „Historic Route 66“ ausgeschildert. Heute zieht sie Reisende aus aller Welt an, welche die Nostalgie des goldenen Zeitalters des Automobils hautnah erleben wollen.
Warum ein Roadtrip auf der Route 66?
Heute ist die Route 66 ein riesiges Freilichtmuseum, das sich über 8 Bundesstaaten und 3 Zeitzonen erstreckt. Man wählt diese Route nicht wegen der Geschwindigkeit – moderne Interstates sind deutlich effizienter – sondern wegen der kulturellen Erfahrung, die sie bietet:
Geschichte und Nostalgie
Tauche ein in die amerikanische Geschichte zwischen Vintage-Dinern, Retro-Motels und ikonischen Leuchtreklamen.
Atemberaubende Landschaften
Durchquere endlose Wüsten, majestätische Berge und malerische Städtchen.
Freiheit und Abenteuer
Erlebe das echte „On the Road“-Gefühl: ohne festen Zeitplan und mit der Möglichkeit, alles in deinem eigenen Tempo zu erkunden.
Authentische Begegnungen
Lerne herzliche Menschen kennen und entdecke das wahre Amerika abseits der typischen Touristenpfade.
Ein Roadtrip auf der Route 66 erfordert eine gute Organisation, da die Originalstrecke oft fragmentiert ist und man genau auf die braunen „Historic Route 66“-Schilder achten muss. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du die Route am besten planst, welche Stopps du nicht verpassen darfst und wie du dein Budget.
Planung der Reise
Dauer
Plane mindestens 14 bis 21 Tage ein, um die gesamte Strecke von Chicago bis Santa Monica zu befahren
Beste Reisezeit
Frühling und Herbst bieten milde Temperaturen und weniger Andrang. Der Sommer kann vor allem in den Wüstengebieten extrem heiß werden
Route
Lege die wichtigsten Etappen fest, aber lass Raum für Improvisation
Mietwagen
Wähle ein komfortables und geräumiges Auto, das für lange Strecken geeignet ist
Unterkünfte
Buche historische Motels, Hotels oder Campingplätze entlang der Strecke
Routenverlauf
Die Karte der Reise
Folgen Sie dem Verlauf der legendären Mother Road von Illinois bis nach Kalifornien und entdecken Sie die faszinierendsten Städte, Nationalparks und Ausflugsziele.
8 Staaten
ca. 3.940 km (2.448 Meilen)
14 bis 21 Tage
Sehenswürdigkeiten entlang der Route 66: Die Highlights
Ikonische Metropolen, historische Kleinstädte und atemberaubende Natur.
Chicago, Illinois
Wo die Reise beginnt
Chicago ist der traditionelle Startpunkt der historischen Route. Bevor Sie sich hinter das Steuer setzen, lohnt es sich, mindestens einen vollen Tag in der Stadt zu verbringen. Die weltberühmte Architektur, die Promenade am Lake Michigan, die vielfältigen Stadtviertel und die Gastronomieszene bieten einen perfekten Einstieg in die USA.
Suchen Sie das historische Startschild der Route 66 in der Innenstadt und stimmen Sie sich entspannt auf das bevorstehende Abenteuer ein.
Highlights: Ein Spaziergang durch die Innenstadt und entlang des Chicago Riverwalk; die beeindruckende Wolkenkratzer-Architektur bewundern; eine traditionelle Deep Dish Pizza probieren; das erste Erinnerungsfoto am Begin Route 66 Sign machen; und ohne Hektik aufbrechen, wohlwissend, dass tausende Kilometer Straße vor Ihnen liegen.
Warum sich der Stopp lohnt: Der Start in Chicago ermöglicht es Ihnen, sich schrittweise an den amerikanischen Rhythmus zu gewöhnen, bevor Sie die weiten Ebenen des Mittleren Westens erreichen.
Illinois jenseits von Chicago
Hinter der Großstadt führt die Straße durch typische landwirtschaftliche Kleinstädte. Wichtige Zwischenstopps sind die riesige Werbefigur des Gemini Giant in Wilmington sowie Springfield, die Heimatstadt von Abraham Lincoln. Hier können Sie die historische Lincoln Tomb State Historic Site und das Abraham Lincoln Presidential Museum besuchen – eine ideale Gelegenheit, in die amerikanische Geschichte einzutauchen.
St. Louis, Missouri
Das Tor zum Westen
Eine der großen historischen Städte, die eng mit der Westexpansion der USA verbunden ist. Ihr bekanntestes Wahrzeichen ist der Gateway Arch, ein gewaltiger Edelstahlbogen, sowie die historische Chain of Rocks Bridge, ein legendärer Abschnitt der Route 66 über den Mississippi.
Aktivitäten: Erkunden Sie das Stadtzentrum von St. Louis, genießen Sie den Blick auf den Mississippi und erfahren Sie mehr über die Geschichte der Region. Ein lohnender Abstecher führt zu den Meramec Caverns – ein Höhlensystem, das dem berühmten Gesetzlosen Jesse James als Versteck diente.
Warum sich der Stopp lohnt: St. Louis bietet eine angenehme städtische Pause, bevor die Reise weiter in Richtung Oklahoma führt.
Kansas
Ein kurzer, aber eindrucksvoller Abstecher
Der historische Abschnitt der Route 66 in Kansas ist mit nur knapp 21 Kilometern der kürzeste aller Bundesstaaten, besitzt aber einen ganz besonderen Charme. Die Route führt durch Orte wie Galena, wo Sie zahlreiche Bezüge zur Oldtimer-Kultur und den Oldtimer-Abschleppwagen finden, der die Figur „Hook“ (Mater) im Disney-Pixar-Film Cars inspirierte.
Highlights: Nostalgische Neonreklamen fotografieren, in ruhigen Kleinstädten innehalten und das Gefühl genießen, den kürzesten Streckenabschnitt der Reise zu durchqueren.
Oklahoma
Das kulturelle Herz der Route 66
Oklahoma ist einer der Bundesstaaten, in denen die Route 66 eine besonders starke lokale Identität bewahrt hat. Entlang der Strecke finden Sie zahlreiche Museen, historische Gebäude, Leuchtreklamen und Gemeinden, die das Erbe der Straße stolz pflegen.
Tulsa und Oklahoma City bieten städtische Abwechslung, während die kleineren Orte eine nostalgische Highway-Atmosphäre ausstrahlen. Absolute Pflichtstopps sind der berühmte blaue Wal Blue Whale of Catoosa und das Oklahoma Route 66 Museum in Clinton, das als eines der besten entlang der gesamten Strecke gilt.
Aktivitäten: Ein spezialisiertes Route-66-Museum besuchen; historische Neon-Schilder suchen; in einem klassischen American Diner essen; und abseits der Highways auf den originalen zweispurigen Straßenabschnitten fahren.
Warum sich der Stopp lohnt: Oklahoma verdeutlicht, dass die Route 66 nicht nur eine Landschaft ist, sondern eine lebendige Geschichte, die von vielen lokalen Gemeinschaften getragen wird.
Amarillo, Texas
Cadillac Ranch und die Weite von Texas
Texas bringt eine neue Dimension in die Reise: weite Horizonte, schnurgerade Straßen und schier unendliche Weiten. Nahe Amarillo befindet sich die berühmte Cadillac Ranch, eine Kunstinstallation aus zehn schräg im Boden versenkten Cadillac-Autos. Sie gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der gesamten Route.
Highlights: Halten Sie an der Kunstinstallation an (Tipp: Bringen Sie eine Sprühdose mit, um sich auf den Autos zu verewigen!), machen Sie Fotos und vertreten Sie sich die Beine. In der Nähe bieten traditionsreiche Steakhäuser ein authentisches texanisches Gastronomie-Erlebnis. Halten Sie zudem am Midpoint Café in Adrian – es markiert exakt die Hälfte der Strecke zwischen Chicago und Los Angeles.
Tucumcari & Santa Rosa
Der Zauber des Vintage-Roadtrips
New Mexico bringt einen spürbaren Wechsel in Landschaft und Atmosphäre. Die Farben werden wärmer, die Architektur spiegelt hispanische und indogene Einflüsse wider, und der Trip nimmt den typischen Charakter des amerikanischen Südwestens an. Tucumcari ist besonders bekannt für seine gut erhaltenen Retro-Motels und bunten Neonreklamen.
Aktivitäten: Reisen Sie am späten Nachmittag an, fotografieren Sie die leuchtenden Schilder historischer Motels (wie des legendären Blue Swallow Motel), erkunden Sie das Zentrum und probieren Sie die lokale Küche mit grünen oder roten Chilis.
Santa Fe & Albuquerque
Das kulturelle Zentrum des Südwestens
Albuquerque liegt direkt auf der Route 66 und bietet einen faszinierenden Mix aus Kultur, Gastronomie und historischer Architektur. Santa Fe hingegen liegt an einem älteren Streckenverlauf (vor 1937) und erfordert einen kleinen Umweg. Die Stadt belohnt Besucher jedoch mit ihrer berühmten Lehmbau-Architektur (Adobe), zahlreichen Kunstgalerien und einer reichen Geschichte.
Highlights: Durch historische Altstädte schlendern, die traditionelle Küche New Mexicos genießen und beobachten, wie sich die Kultur auf dem Weg nach Westen verändert.
Hinweis zur Route: Santa Fe liegt nicht direkt am späteren Hauptverlauf der Route 66; die Besichtigung sollte als geplanter Abstecher eingeplant werden.
Petrified-Forest-Nationalpark & Painted Desert, Arizona
Prehistorische Landschaften und Naturgewalten
Arizona bietet einige der spektakulärsten Naturkulissen der gesamten Reise. Der Petrified-Forest-Nationalpark schützt versteinertes Holz aus der Urzeit sowie die bunten Gesteinsformationen der Painted Desert.
Aktivitäten: Die Panoramastraße durch den Park befahren; an Aussichtspunkten anhalten; kurze Wanderungen auf den ausgewiesenen Pfaden unternehmen; und den historischen Oldtimer von 1932 fotografieren, der die Stelle markiert, an der die Route 66 einst durch den Park führte.
Tipp: Informieren Sie sich vorab über die Öffnungszeiten des Nationalparks.
Winslow & Seligman
Kultige Kleinstädte und Musikgeschichte
Winslow wurde durch den weltbekannten Rockklassiker Take It Easy der Eagles berühmt. Die Stadt widmet diesem Song den liebevoll gestalteten Standin‘ on the Corner Park – ein absolutes Muss für Musikfans.
Seligman gilt als die Wiege der modernen Wiederbelebung der Route 66. Hier finden sich farbenfrohe Souvenirläden und liebevoll erhaltene Gebäude im Retro-Stil.
Highlights: Bummeln Sie durch das Zentrum, besuchen Sie die originellen Geschäfte, machen Sie Fotos von historischen Fahrzeugen und unterhalten Sie sich mit den Einheimischen, die die Erinnerung an die Route lebendig halten.
Oatman
Eine Goldgräberstadt wie im Wilden Westen
Oatman ist eine ehemalige Goldgräberstadt mit Holzbürgersteigen, rustikalen Saloons und wilden Eseln (Burros), die frei über die Hauptstraße laufen. Die Anfahrt über den Sitgreaves Pass ist kurvenreich und extrem panoramareich – sie erfordert aufmerksames Fahren und ein entspanntes Tempo.
Aktivitäten: Durch den historischen Ortskern spazieren, die Esel beobachten und die spektakuläre Berglandschaft genießen.
Santa Monica
Ankunft am Pazifischen Ozean
Nach tausenden Kilometern durch acht Bundesstaaten erreicht die Reise schließlich die Pazifikküste Kaliforniens. Der Santa Monica Pier ist der legendäre Endpunkt der Route 66, an dem das berühmte Schild End of the Trail Sign steht.
Highlights: Bis zum Ende der Seebrücke spazieren; den Sonnenuntergang über dem Pazifik beobachten; ein feierliches Abendessen genießen; und bei ausreichend Zeit noch ein bis zwei Tage für die Erkundung von Los Angeles einplanen.
Empfehlenswerte Abstecher entlang der Strecke
Diese weltberühmten Highlights liegen unweit der Route 66 und machen Ihren Roadtrip noch unvergesslicher.
Der Grand Canyon (Arizona)
Ein absolutes Highlight in Arizona. Der Südrand (South Rim) des Grand Canyon National Park liegt etwa 1,5 Fahrtstunden nördlich der Route 66 (ab Williams oder Flagstaff).
Las Vegas (Nevada)
Wenn Sie von Kingman oder Flagstaff aus nach Norden fahren, erreichen Sie die glitzernde Wüstenmetropole. Der Umweg von der Route 66 nach Las Vegas beträgt etwa 1 Stunde und 40 Minuten.
Los Angeles (Kalifornien)
Nur wenige Minuten vor dem Ziel in Santa Monica können Sie Weltklasse-Attraktionen wie Hollywood, Beverly Hills oder das Griffith Observatory erkunden.
So erkennst du den Verlauf der Route 66
Die ursprüngliche Route 66 existiert nicht mehr als offizielle, durchgehende Straße. Daher ist es entscheidend, die Route im Detail zu planen, um keine der ikonischen Abschnitte zu verpassen. Hier sind einige Tipps zur Orientierung:
1. Beschilderung
„Historic Route 66“-Schilder: Der verlässlichste Weg, die Originalstrecke zu finden, ist die Suche nach Straßenschildern mit der Aufschrift „Historic Route 66“. Diese Schilder, oft in Braun gehalten, markieren die Straßenabschnitte, die erhalten geblieben sind und als historisch bedeutsam gelten.
„Business Loop“: In der Nähe größerer Städte findet man oft die Bezeichnung „Business Loop“, gefolgt von der Nummer des jeweiligen Highways. Diese Beschilderung weist auf den ursprünglichen Verlauf der Route 66 hin, der direkt durch das Stadtzentrum führte.
2. Karten und Reiseführer
Spezielle Karten: Es empfiehlt sich, detaillierte Karten zu kaufen, die speziell der Route 66 gewidmet sind. Diese Karten zeigen die Originalabschnitte, historische Attraktionen und interessante Orte entlang der Strecke.
Reiseführer: Spezielle Route-66-Reiseführer bieten wertvolle Informationen über den Streckenverlauf, Unterkünfte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte.
3. Originalabschnitte und Interstates
Originalabschnitte: Einige Teile der Route 66 wurden konserviert und restauriert. Sie bieten ein authentisches Erlebnis und lassen dich tief in die Vergangenheit eintauchen.
Interstates: In vielen Fällen wurde die Route 66 durch moderne Autobahnen (Interstates) wie die I-40 ersetzt. Oft lassen sich jedoch Abschnitte der alten Straße finden, die parallel zur Autobahn verlaufen.
4. Orientierungspunkte und Attraktionen
Historische Diner und Motels: Entlang der Route finden sich zahlreiche Diner und Motels, die die Atmosphäre der 50er und 60er Jahre bewahrt haben. Diese Orte sind oft als historische Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet und ideal, um das Flair der Route 66 aufzusaugen.
Schilder und Kunstinstallationen: In einigen Orten gibt es Schilder und Kunstinstallationen, die die Geschichte der Route 66 feiern. Diese Orientierungspunkte sind beliebte Fotostopps.
Unverzichtbare Erlebnisse auf der Route 66
Bekannte Sehenswürdigkeiten sind wichtig, aber oft sind es die einfachen Momente, die einen Roadtrip unvergesslich machen.
In einem historischen Motel übernachten
Neonreklamen, gemütliche Zimmer im Retro-Stil und das Auto direkt vor der Tür gehören zur echten Route-66-Kultur. Eine Nacht in Legenden wie dem Blue Swallow Motel oder dem Wigwam Motel ist wie eine Zeitreise.
In einem klassischen American Diner essen
Ein Diner ist ein zentraler Pfeiler der amerikanischen Autokultur. Üppige Pancakes zum Frühstück, saftige Burger, Milkshakes und endloser Filterkaffee gehören einfach dazu.
Historische Leuchtreklamen fotografieren
Bunte Neon-Schilder gehören zu den fotogensten Elementen der Route. Halten Sie abends in historischen Ortskernen und vor alten Tankstellen danach Ausschau.
Raum für Spontanität lassen
Eine unbekannte Kleinstadt, ein kurioses Museum oder ein gemütliches Café am Wegesrand werden oft zu den schönsten Erinnerungen. Lassen Sie Zeit im Reiseplan, um spontanen Entdeckungen zu folgen.
Den Wandel der Landschaft erleben
Die Route führt durch grüne Ebenen, Metropolen, rote Wüsten und spektakuläre Canyons. Fahren Sie nicht nur, um das nächste Ziel zu erreichen – halten Sie an und genießen Sie die Weite Amerikas.
Beste Reisezeit
Die Planung einer Route 66 Reise erfordert eine sorgfältige Abstimmung von Kalender und Verkehrsmittel. Da die Strecke fast den halben Kontinent durchquert, variieren die Bedingungen von Bundesstaat zu Bundesstaat drastisch. Die Route führt durch völlig unterschiedliche Klimazonen – von den feuchten Ebenen von Illinois bis zu den glühend heißen Wüsten Arizonas.
Mai und Juni:
Wahrscheinlich der ideale Zeitraum. Die Tage sind lang, das Wetter im Mittleren Westen ist mild und die Wüstenhitze hat noch nicht die Extremwerte von Juli erreicht.
September und Oktober:
Eine hervorragende Alternative. Die Temperaturen sind überall angenehm und die Sommermassen sind verschwunden. Perfekt, um den „Indian Summer“ mit seinen Herbstfarben zu erleben.
Winter und Sommer:
Der Winter (November–März) kann aufgrund von Schnee in Illinois und in den Bergpässen von Arizona (bei Flagstaff) schwierig sein. Viele saisonale Attraktionen und historische Motels schließen in dieser Zeit. Juli und August sind für hitzeempfindliche Menschen nicht ratsam: In Texas und Arizona steigen die Temperaturen regelmäßig über 40 °C.
Unterwegs: Auto oder Motorrad?
Die Route 66 ist das Synonym für Freiheit, aber die Wahl des Fahrzeugs beeinflusst das Erlebnis (und das Budget) massiv.
Mit dem Auto (Empfehlung für Komfort)
Das Auto ist am praktischsten für Gepäck und lange Distanzen.
Mietwagen: Wenn du das Auto in Chicago abholst und in Los Angeles abgibst, fällt eine „Einweggebühr“ (Drop-off Fee) an, die zwischen 500 $ und 1.000 $ liegen kann.
Modelle: Viele träumen vom Mustang Cabrio, aber bedenke, dass der Kofferraum begrenzt ist. Ein Mittelklasse-SUV ist oft die beste Wahl für Komfort und Stauraum.
Mit dem Motorrad (Für Puristen)
Eine Harley-Davidson zu mieten ist ein Traum, erfordert aber Ausdauer.
Logistik: Plane den Gepäcktransport (einige Anbieter bieten Begleitfahrzeuge für organisierte Touren an).
Sicherheit: Starker Wind in Oklahoma und die Wüstenhitze können ermüdend sein. Achte auf hochwertige Schutzkleidung.
Achtung: Es ist fast unmöglich, die Route 66 mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen. Züge (Amtrak) und Busse (Greyhound) halten nur in Großstädten und lassen 90 % der historischen Highlights aus.
Wie viele Tage sollte man für die Route 66 einplanen?
7 Tage
Ideal für einen spezifischen Teilausschnitt oder einzelnen Bundesstaat.
10 Tage
Zügiger Roadtrip mit Fokus auf die bekanntesten Hauptattraktionen.
14 Tage
Der klassische Roadtrip für die gesamte Strecke bei ausgewogenem Tempo (ca. 280–300 km/Tag).
18–21 Tage
Entspanntes Reisen mit viel Zeit für Abstecher (Grand Canyon, Las Vegas, Santa Fe).
Hinweis: Die tatsächliche Reisedauer hängt von Ihren Zwischenstopps, Abstechern und dem Anteil historischer Nebenstraßen ab.
Was kostet ein Roadtrip auf der Route 66?
Ein pauschaler Festpreis lässt sich schwer nennen, da das Budget stark von der Reisezeit, der Personenzahl, der Hotelkategorie und dem Mietwagen abhängt.
Für einen 14-tägigen Trip (2 Wochen) für zwei Personen liegt das durchschnittliche Gesamtbudget zwischen 4.500 € und 6.500 € (ca. $4.800–$7.000 USD, exklusive Langstreckenflüge aus Europa).
Unterkünfte: Historische Motels vs. Hotelketten
Historische Motels (z. B. Blue Swallow, Wigwam Motel): Kosten im Schnitt 110 € bis 165 € pro Nacht ($120–$180 USD). Eine frühzeitige Buchung für 2026 ist unbedingt erforderlich.
Günstige Hotelketten (z. B. Motel 6, Super 8, Days Inn): Funktional und preiswert mit Preisen zwischen 65 € und 100 € pro Nacht ($70–$110 USD).
Großstädte (Chicago, Los Angeles / Santa Monica): Hier steigen die Preise deutlich; zentrale Hotels kosten selten unter 180 € bis 280 € pro Nacht ($200–$300 USD).
Mietwagen, Einweggebühr und Benzin
Mietwagen: Für 14 Tage kostet ein Mittelklasse-Wagen inklusive Vollkasko-Versicherung (ohne Selbstbeteiligung) etwa 900 € bis 1.200 €.
Einweggebühr (Drop-off Fee): Die Gebühr für die Rückgabe des Mietwagens an einem anderen Ort (Chicago -> Los Angeles) ist der größte Zusatzkostenpunkt. Rechnen Sie mit ca. 450 € bis 700 € ($500–$800 USD) zzgl. örtlicher Steuern.
Benzin: Planen Sie ca. 380 € bis 480 € ($400–$500 USD) ein. Tipp: Treibstoff ist in Texas und Oklahoma spürbar günstiger als in Kalifornien oder Illinois.
Verpflegung und Eintrittsgelder
Mahlzeiten: Eine Mahlzeit in einem Diner kostet ca. 20 € bis 30 € pro Person. Viele Reisende kombinieren Restaurantbesuche mit Einkäufen im Supermarkt (Walmart, Target), um das Budget zu schonen.
Eintritte & Nationalparks: Viele Route-66-Attraktionen sind kostenlos. Planen Sie etwa 180 € für spezielle Museen und Nationalpark-Eintritte ein. (Tipp: Der Jahrespass „America the Beautiful“ für alle US-Nationalparks kostet $80 USD / ca. 75 € pro Fahrzeug).
Übersichtstabelle Budget (für 2 Personen / 14 Tage)
| Kostenpunkt | Sparsames Budget | Komfort-Budget |
Unterkünfte (14 Nächte) | 1.400 € | 2.200 € |
Mietwagen + Einweggebühr | 1.500 € | 2.000 € |
Verpflegung & Ausgaben | 1.000 € | 1.800 € |
Benzin / Kraftstoff | 450 € | 500 € |
GESAMTSUMME (ca.) | ~4.350 € | ~6.500 € |
💡 Spartipp für die Mietwagen-Einweggebühr: Wenn Sie die hohe Einweggebühr reduzieren oder vermeiden möchten, prüfen Sie die Route in umgekehrter Richtung (von West nach Ost: Los Angeles nach Chicago). Einige Vermieter bieten günstigere Tarife an, um Fahrzeuge zurück in den Mittleren Westen zu überführen.
Tipps zum Verwalten des Budgets
Frühzeitig buchen: Buchen Sie Flüge, Mietwagen und Unterkünfte so früh wie möglich. Diese Posten machen den größten Teil der Gesamtkosten aus.
Das richtige Auto wählen: Ein bequemes und langstreckentaugliches Fahrzeug ist oft wichtiger als ein besonders großes oder teures Modell.
Unterkünfte abwechseln: Kombinieren Sie historische Motels, klassische Hotels und einfachere Unterkünfte. Überprüfen Sie dabei stets Lage und Bewertungen.
Nicht jede Mahlzeit im teuren Restaurant planen: Diners, Supermärkte und zwanglose Lokale helfen Ihnen dabei, die Verpflegungskosten im Rahmen zu halten.
Puffer für Unvorhergesehenes einplanen: Bei einem langen Roadtrip entstehen immer Ausgaben, die sich vorher nicht exakt berechnen lassen.
Wichtige Schritte zur Reiseplanung
1. Start- und Endpunkt festlegen
Der Klassiker führt von Ost nach West (Chicago nach Santa Monica). Sie können die Route aber auch von West nach Ost oder nur einen Teilabschnitt befahren.
2. Realistische Tagesetappen planen
Planen Sie Tage nicht nur nach Kilometern. Eine kurze Strecke von 200 km kann durch Museumsbesuche, Ortsbesichtigungen und Fotostopps schnell einen ganzen Tag füllen.
3. Historische Abschnitte und Highway kombinieren
Nutzen Sie die Interstate, wenn Sie Zeit aufholen müssen, und wechseln Sie auf die Historic Route 66, sobald Sie Städte und Sehenswürdigkeiten erreichen.
4. Beliebte Motels frühzeitig buchen
Bekannte Retro-Motels (wie das Blue Swallow oder Wigwam Motel) haben nur wenige Zimmer und sind für 2026 oft Monate im Voraus ausgebucht.
5. Offline-Karten herunterladen
Das Mobilfunknetz kann in abgelegenen Wüstenregionen lückenhaft sein. Laden Sie sich vorab Offline-Karten (z. B. bei Google Maps) auf Ihr Smartphone.
6. Dokumente und Mietwagen-Bedingungen prüfen
Denken Sie an die rechtzeitige Beantragung der ESTA-Einreiseerlaubnis, einen gültigen Reisepass, einen Internationalen Führerschein sowie eine auf den Hauptfahrer ausgestellt Kreditkarte für die Kaution.
7. Raum für Imponderabilien lassen
Eine der schönsten Eigenschaften eines Roadtrips ist die Flexibilität, Pläne spontan zu ändern. Verplanen Sie nicht jede Stunde des Tages. Setzen Sie tägliche Prioritäten und lassen Sie den Rest des Tages offen für unerwartete Entdeckungen.
Typische Fehler, die Sie auf der Route 66 vermeiden sollten
Zu viel in zu wenigen Tagen sehen wollen: Die Entfernungen in den USA sind riesig. Ein zu vollgepackter Reiseplan führt nur zu Stress hinter dem Steuer.
Ausschließlich auf der Interstate fahren: Moderne Highways sparen Zeit, aber Sie verpassen die historischen Ortskerne, Tankstellen und zweispurigen Landstraßen.
Erwarten, dass die Route 66 lückenlos durchgehend ausgeschildert ist: Der Straßenverlauf hat sich über Jahrzehnte verändert. Einige Abschnitte sind perfekt erhalten, andere sind heute Teil moderner Highways.
Unterschätzen von Entfernungen und Hitze: In den Wüstenregionen von Arizona, New Mexico und Kalifornien wird es im Sommer extrem heiß. Führen Sie immer ausreichend Trinkwasser im Auto mit.
Nur die bekanntesten Sehenswürdigkeiten ansteuern: Bunte Attraktionen wie die Cadillac Ranch machen Spaß, aber das echte Erlebnis liegt oft in den ungeplanten Stopps in kleinen Orten.
Ohne regelmäßige Pausen durchfahren: Wechseln Sie sich beim Fahren ab und vermeiden Sie zu lange Nachtfahrten.
Route 66 und Grand Canyon: Lässt sich das kombinieren?
Ja, absolut! Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Grand Canyon nicht direkt an der Route 66 liegt. Um den South Rim zu besuchen, fahren Sie von Orten wie Williams oder Flagstaff, Arizona etwa 1,5 Stunden nach Norden.
Wenn der Grand Canyon ein Hauptziel Ihrer Reise ist, planen Sie diesen Abstecher fest als Tagesetappe ein, anstatt ihn spontan an einen ohnehin schon langen Fahrtag anzuhängen.
Route 66: Die Reise ist das Ziel
Die Route 66 ist berühmt für ihre Wahrzeichen, aber was sie so besonders macht, steht in keinem Reiseführer.
Es ist der ständige Wandel der Landschaft vor der Windschutzscheibe, ein spontanes Mittagessen in einem kleinen Diner, eine leuchtende Neonreklame in der Dämmerung, ein verschlafenes Wüstenstädtchen und der Sonnenuntergang, der einen dazu bringt, vom Gas zu gehen.
Die Route 66 ist mehr als eine Straße – sie ist ein Lebensgefühl. Wählen Sie Ihre Lieblingsstopps, planen Sie die Route grob vor und lassen Sie Raum für das Unerwartete. Denn oft ist die schönste Erinnerung eines Roadtrips nicht der Ort, den man ansteuern wollte, sondern der, an dem man spontan angehalten hat.
Praktische Tipps & FAQ
Kann man die originale Route 66 noch komplett befahren? Offiziell nein, da die Straße 1985 aus dem Highway-System genommen wurde. Dennoch sind etwa 85 % der ursprünglichen Strecke noch befahrbar, wenn man Nebenstraßen, Stadtwege oder „Frontage Roads“ nutzt, die parallel zu den modernen Interstates verlaufen. Die braunen „Historic Route 66“-Schilder sind dein wichtigster Wegweiser, um auf der Spur zu bleiben.
Reicht Google Maps aus oder brauche ich ein spezielles Navi? Google Maps führt dich meist auf dem schnellsten Weg (die Autobahn) ans Ziel und lässt die historischen Abschnitte links liegen. Für ein authentisches Erlebnis empfehlen wir:
Spezielle Apps: Wie Roadtrippers oder Route 66 Navigation.
Reiseführer in Papierform: Die EZ66 Guide for Travelers von Jerry McClanahan gilt als die „Bibel“ für alle, die wirklich jede historische Meile mitnehmen wollen.
Welche Auslandskrankenversicherung ist die richtige? Das Gesundheitssystem in den USA ist privat und extrem teuer. Es ist unerlässlich, vor der Abreise eine Auslandskrankenversicherung mit unbegrenzter (oder sehr hoher) Deckungssumme abzuschließen. Achte darauf, dass eine 24-Stunden-Assistenz und der medizinische Rücktransport enthalten sind.
Ist die Reise für Familien mit Kindern geeignet? Ja! Viele Stopps wirken wie aus einem Animationsfilm (wie das bereits erwähnte Cars), und die Diner bieten fast immer kinderfreundliche Menüs an. Da die Tagesetappen lang sein können, empfehlen wir, die reine Fahrzeit auf 3–4 Stunden pro Tag zu begrenzen, damit die Reise für alle entspannt bleibt.
Wie viel Benzin brauche ich und wo sollte ich tanken? In den Wüstengebieten von Arizona und New Mexico können Tankstellen gut 80–100 km auseinanderliegen. Die goldene Regel auf der Route 66 lautet: Lass den Tank niemals unter die Hälfte sinken. Wenn du in einer abgelegenen Gegend eine Tankstelle siehst, halte an – auch wenn du noch nicht auf Reserve bist.
